{"id":2593,"date":"2021-05-07T10:43:00","date_gmt":"2021-05-07T08:43:00","guid":{"rendered":"http:\/\/gruene-schwerte.de\/?p=2593"},"modified":"2021-05-18T11:51:17","modified_gmt":"2021-05-18T09:51:17","slug":"gruene-fraktion-zur-entscheidung-neubau-tfg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruene-schwerte.de\/index.php\/gruene-fraktion-zur-entscheidung-neubau-tfg\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcne Fraktion zur Entscheidung Neubau TFG"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Entscheidung im Rat ist gefallen. Nun gilt es, konstruktiv mit der Entscheidung umzugehen. Leider konnten viele Interessierte aufgrund der begrenzten Anzahl an Pl\u00e4tzen f\u00fcr Zuschauer*innen in der Sitzung jedoch nicht die Debatte verfolgen, die in der Stunde vor der Entscheidung stattfand. Deswegen m\u00f6chte die Gr\u00fcne Ratsfraktion ihr Redemanuskript nicht f\u00fcr sich behalten, sondern allen zug\u00e4nglich machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie \u00fcblich gilt das gesprochene Wort, das Manuskript ist nicht zu 100% identisch mit dem in der Sitzung gesagten und enth\u00e4lt auch nicht die folgende Diskussion. Weitere Punkte, etwa der Umstand, dass die Verwaltung nicht die Kapazit\u00e4ten hat, einen Neubau vern\u00fcnftig abzuwickeln, sind im Rat angesprochen worden, aber im Text nicht erw\u00e4hnt.<\/p>\n\n\n\n<p>ANFANG [Bruno Heinz-Fischer]\n\n\n\n<p>Mit der Gr\u00fcndung der Theodor-Fleitmann-Gesamtschule zum Schuljahr 2016\/17 ist das Angebot an weiterf\u00fchrenden Schulen in Schwerte klar strukturiert, dem Bedarf angepasst und damit zukunftsf\u00e4hig gemacht worden: 2 Schulformen (Gesamtschule, Gymnasium) mit jeweils 2 Vertretern bieten den Eltern eine gute Auswahl bei ihrer Entscheidung am Ende der Grundschulzeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir brauchen die TFG, die seit 5 Jahren eine engagierte Arbeit leistet. Das tut sie bislang unter denkbar ung\u00fcnstigen Bedingungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir verstehen die Position der Schule und der Eltern. Sie haben zu Recht den Eindruck, dass sie nach der Gr\u00fcndung bislang durch Verwaltung \u2013 und, ja auch durch die Politik &#8211; vernachl\u00e4ssigt worden sind. Umso verst\u00e4ndlicher ist, dass Schulleitung, Kollegium und Eltern der TFG f\u00fcr ihre Interessen eintreten und auf eine rasche L\u00f6sung dr\u00e4ngen. Auch hiermit zeigt sich, wie sehr sie sich mit der Schule identifizieren. Die Schule spricht sich f\u00fcr einen Neubau an einem neuen Standort aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieso dann unser gr\u00fcner Antrag auf Beibehaltung des Standortes?<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrag geht davon aus, dass auch an diesem Standort ein Geb\u00e4ude errichtet werden kann, mit dem die TFG gut f\u00fcr ihre Aufgaben ausgestattet sein wird und in dem die Schule ihr p\u00e4dagogisch-didaktisches Konzept umsetzen k\u00f6nnen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entscheidung, die der Rat zu treffen hat, wird weitreichende Auswirkungen \u00fcber die TFG hinaus haben. Deshalb muss der Rat umfassend abw\u00e4gen zwischen den vier Aspekten Standort, Finanzen, Klima und Umwelt sowie Bauzeit und Abwicklung der Bauma\u00dfnahme. Unabdingbar bei dieser Abw\u00e4gung: Die Schule erh\u00e4lt eine angemessene, gute bauliche Ausstattung f\u00fcr ihre vielf\u00e4ltigen Aufgaben.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den 4 Aspekten werden jetzt andere Fraktionsmitglieder vortragen.<\/p>\n\n\n\n<p>NATUR, KLIMA [Heilwig Donner]\n\n\n\n<p>Als Politikerinnen und Politiker in Schwerte muss das gemeinsame Ziel sein, Schwerte langfristig zukunftssicher aufzustellen &#8211; den folgenden Generationen im Sinne von Natur- und Klimaschutz eine m\u00f6glichst gute Basis zu hinterlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Verpflichtung bezieht sich selbstredend im Besonderen auf unsere st\u00e4dtebaulichen Entscheidungen, wir haben es in der Hand sorgsam mit den \u00f6kologischen Ressourcen umzugehen, Schutzgebiete zu erhalten, Neuversiegelungen zu vermeiden, die CO2-Neutralit\u00e4t anzustreben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die TFG k\u00f6nnte und sollte in diesem Sinne ein Leuchtturmprojekt f\u00fcr Schwerte werden. Am vorhandenen Standort nachhaltig neu- und\/oder umgebaut gibt es keinen weiteren Fl\u00e4chenfra\u00df und schon erst recht nicht in Landschafts- oder gar Naturschutzgebiete hinein. Die zentrale Lage verhindert einen neuerlich steigenden Aussto\u00df von CO2 durch zB Elterntaxen. Die Zuwegung ist vorhanden, die Busrouten bleiben bestehen.<\/p>\n\n\n\n<p>All dies tr\u00e4fe auf au\u00dferhalb der Stadt gelegene Baustandorte und den avisierten Standort Zum gro\u00dfen Feld\/ Holzen eben nicht zu, wo dem LSG Wannebachtal gem \u00a721a) und b) LG NW im Schutzzweck eine besonders reiche Vielfalt attestiert wird &#8211; welches dar\u00fcber hinaus als Pufferzone in Richtung des angrenzenden NSG dient.<\/p>\n\n\n\n<p>Das LSG Wannebachtal soll also \u201edem Erhalt und der Wiederherstellung stabiler, regenerationsf\u00e4higer und dynamischer Kreisl\u00e4ufe im Naturhaushalt dienen\u201c, und die Region des Wannebachs, seiner Zul\u00e4ufe und das NSG 3 erg\u00e4nzen und abpuffern.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich handelt es sich hier um ganz heterogene Fl\u00e4chen, relativ kleinteilige Felder, welche teils verwinkelt, durch Hecken oder Siepen und teils auch Baumreihen unterbrochen sind, dahinter immer wieder eingestreut kleinere und gr\u00f6\u00dfere Feuchtbiotope und Wiesen. Flora und Fauna von LSG und NSG jetzt en detail zu beschreiben w\u00fcrde sicher zu weit f\u00fchren. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass ein kurzer Rundgang am Planungsstandort die Absurdit\u00e4t, hier 30.000qm Fl\u00e4che zu versiegeln und der Natur zu entnehmen deutlich macht, wenn gleichzeitig ein alter Standort existiert, der die Chancen einer zeitgem\u00e4\u00dfen und nachhaltigen Beplanung birgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleiches gilt f\u00fcr die beiden weiteren vorgeschlagenen TFG \u2013 Neubaustandorte in Aussenbereichen, Fl\u00e4chenversiegelung ohne Not.<\/p>\n\n\n\n<p>Die AGON Schwerte \u00e4u\u00dferte sich bereits vor Jahrzehnten eindeutig zum Thema Fl\u00e4chenverbrauch in Schwerte, nachzulesen auf der AGON Seite im Netz. Sehr schade, dass auch heute noch zu Zeiten des Klimawandels die Natur das Nachsehen haben soll. Schlie\u00dflich sind ja Schwertes Freiraumfl\u00e4chen endlich und machen aber unsere Stadt gleichzeitig hochattraktiv!<\/p>\n\n\n\n<p>Junge Menschen im Alter der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der TFG fordern uns zurecht auf, durch Klimaschutz heute ihre Freiheit von morgen und \u00fcbermorgen zu sichern.<\/p>\n\n\n\n<p>Hierzu gibt es ein sehr aktuelles Urteil aus Karlsruhe &#8211; wir m\u00fcssen dies auch in Schwerte zu unserer Maxime machen, auch bei der Entscheidung \u00fcber die TFG.<\/p>\n\n\n\n<p>BAULICHES, ZEITSCHIENE [Michael Rotthowe]\n\n\n\n<p>Fragen der Bauplanung und der Zeitschiene bis zur Fertigstellung sind zentral bei der Bewertung von Schulbauten, gerade im Fall der TFG. Laut Schulentwicklungsplan aus dem Sommer 2019 fehlen der Schule etwa 1000 Quatratmeter Unterrichtsraum. Auch die Aufteilung der vorhandenen R\u00e4ume ist nicht optimal f\u00fcr eine integrierte Gesamtschule. Die Zeit dr\u00e4ngte vor zwei Jahren, sie dr\u00e4ngt jetzt noch viel mehr. Die Oberstufe geht Ende 22 an den Start, dann wird die Schule etwa 830 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler haben. Der Vollbetrieb mit allen Jahrgangsstufen und etwa 1000 Sch\u00fclerinnen uns Sch\u00fclern steht im Sp\u00e4tsommer 2024 an, also in dreieinhalb Jahren. Darauf haben wir fr\u00fch hingewiesen. Die TFG ist zu klein, die Raumnot ist dr\u00e4ngend.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Juni 2020 wurde im Schulausschuss ein erster Vorentwurf f\u00fcr eine Sanierung und Erweiterung der TFG vorgestellt. Aufgrund der hohen Kosten wurde dort die Frage aufgeworfen, ob ein kompletter Neubau nicht wirtschaftlicher w\u00e4re. Das Ergebnis ist das KVL-Gutachten aus dem Januar dieses Jahres. Die urspr\u00fcngliche Frage, ob ein Neubau nicht g\u00fcnstiger w\u00e4re, beantwortet es eindeutig: Nein. Ein Neubau kostet etwa das Doppelte. Aber auch auf die Frage, ob der Schulbetrieb nach Abschluss der Bauma\u00dfnahmen im Sp\u00e4tsommer 2024 aufgenommen werden kann, gibt das Gutachten eine eindeutige Antwort. Das geht nur bei einer Sanierung und teilweisem Neubau am bestehenden, bestens geeigneten Standort. Bei einem Neubau, ob dort oder auf der gr\u00fcnen Wiese, kann der Termin, auch wenn wirklich alles perfekt l\u00e4uft und bereits im Februar so entschieden worden w\u00e4re, nicht gehalten werden. Fr\u00fchester Termin f\u00fcr einen Komplettumzug ist das Jahr 2026. Bis mindestens dahin m\u00fcsste die Schule in einem Geb\u00e4ude bleiben, das zu klein und falsch aufgeteilt ist. Die Schule wird bis dahin ihre Kapazit\u00e4tsgrenze \u00fcberschritten haben und aus einem alten Geb\u00e4ude und einem Containerdorf bestehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch dieser Termin ist nicht einmal ansatzweise realistisch. Beim angedachten Standort Am Gro\u00dfen Feld in Holzen fehlen noch wichtige Vorarbeiten. Ein erfolgter Kauf des Grundst\u00fccks wird im Gutachten als gegeben vorausgesetzt, ist aber noch nicht erfolgt. Es fehlen noch Bodengutachten, Umweltgutachten, Schadstoffgutachten, eine Altlastenanalyse und die Frage, ob Hinterlassenschaften der Bombenangriffe auf Bahnhof und Nickelwerke im Boden schlummern, kann vor Beginn der Erdarbeiten noch nicht gekl\u00e4rt werden. Das bringt Verz\u00f6gerungen mit sich, au\u00dferdem sind seit Vorstellung des Gutachtens 3 Monate vergangen. Der Termin ist nicht mehr zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Vergleich zu der am bestehenden Standort notwendigen \u00c4nderung des Bebauungsplans muss hier der Fl\u00e4chennutzungsplan ge\u00e4ndert und ein vollst\u00e4ndig neuer Bebauungsplan aufgestellt werden, wodurch sich die Verfahrensdauer signifikant erh\u00f6ht. Zus\u00e4tzlich besteht das Risiko, dass die gesetzlich vorgesehenen Einspruchsm\u00f6glichkeiten hier genutzt werden, so dass weitere Verz\u00f6gerungen wahrscheinlich die Folge sind. Das Risiko ist Am Gro\u00dfen Feld, auch aufgrund der desastr\u00f6sen Informationspolitik der Verwaltung gegen\u00fcber den Anwohner*innen, fast eine Gewissheit. Hinzu kommt, dass der Standort ungeeignet ist. Schulwege w\u00fcrden l\u00e4nger, eine Integration in den Stadtteil Holzen w\u00e4re kaum gegeben. Eine Erschlie\u00dfung m\u00fcsste durch enge Anwohnerstra\u00dfen f\u00fchren. Auch das kann langwierige Klagen nach sich ziehen. Genauso problematisch ist die geplante Erschlie\u00dfung \u00fcber die Wannebachstra\u00dfe. Der geplante Schulstandort befindet sich &#8222;nur&#8220; in einem Landschaftsschutzgebiet, f\u00fcr die Zufahrt \u00fcber die Wannbachstra\u00dfe muss eine mindestens 8 Meter breite Br\u00fccke \u00fcber den Bach gebaut werden, vor Baubeginn. Der Bach ist der eigentliche Schutzzweck des wesentlich strenger gesch\u00fctzten Naturschutzgebietes. Verz\u00f6gerungen durch Klagen sind auch hier vorprogrammiert. Die Verz\u00f6gerung durch gerade genannte Punkte bemisst sich nicht in Monaten, sondern in Jahren. Was die Schule aber nicht hat, ist Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die anderen beiden Grundst\u00fccke, die ich hier nicht einmal nennen darf, treffen diese Probleme augenscheinlich ebenfalls zu, bei dem einem sogar m\u00f6glicherweise in st\u00e4rkerem Ma\u00dfe. Das andere hat zus\u00e4tzlich noch gr\u00f6\u00dfere Probleme mit der Integration ins Stadtgef\u00fcge, der Anbindung und in Bezug auf die L\u00e4rmbelastung, als das Gro\u00dfe Feld. Auch wenn ich sicher bin, dass jetzt die halbe Stadt spekuliert, ob die Wiese um die Ecke als Schulstandort im Gespr\u00e4ch ist, hat die Verwaltung auch hier die \u00d6ffentlichkeit noch nicht informiert. Wenn es einen sicheren Weg gibt, den halben Stadtteil schon im Vorfeld skeptisch gegen\u00fcber einem Projekt werden zu lassen, dann ist das eine kurzfristige Information kurz vor der Beschlussfassung, schlimmstenfalls unverhofft \u00fcber die Tagespresse. Das droht auch bei den zwei bisher unbekannten Standorten, wenn die Informationspolitik sich nicht \u00e4ndert. Informationssperren erzeugen zu Recht kein Vertrauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich zu bereits genannten Verz\u00f6gerungen kommt, dass die beiden neuen Standorte erst noch gepr\u00fcft werden m\u00fcssen. Auch das kostet Zeit, und Zeit ist hier kostbar. Wir haben bereits durch die Pr\u00fcfung einer Neubaul\u00f6sung fast ein Jahr verloren, bis die Standortuntersuchungen abgeschlossen sind, geht noch mehr Zeit ins Land. Und noch mehr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in das alte, unsanierte Geb\u00e4ude der TFG. Und niemand wird mehr als Notfallreparaturen an einem Geb\u00e4ude vornehmen, dass aufgegeben werden soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht zuletzt stimmt es nicht, dass das p\u00e4dagogische Konzept der TFG am jetzigen Standort nicht umsetzbar w\u00e4re. Der Vorentwurf f\u00fcr Variante 1, also Sanierung am Standort, stammt aus einer Zeit vor Erstellung des derzeitigen Konzepts. Nat\u00fcrlich kann es dann nicht umgesetzt sein, die Anforderungen waren bei der Entwurfserstellung ja noch nicht bekannt. Das KVL-Gutachten zeigt hier aber L\u00f6sungen auf. Die gerade einmal 40 Jahre alten Geb\u00e4udeteile k\u00f6nnen wahrscheilich aufgestockt werden. Zus\u00e4tzlich kann der sogenannte \u201eDreigeschosser\u201c der Realschule abgerissen und an dieser Stelle weitere neue Geb\u00e4udeteile errichtet werden. Diese Vorschl\u00e4ge aus dem Gutachten wurden jedoch nicht n\u00e4her untersucht. Daran bestand, aufgrund der Verengung des Blicks auf Variante 3, bisher kein Interesse, obwohl es dringend n\u00f6tig gewesen w\u00e4re. Auch im Bestandsgeb\u00e4ude k\u00f6nnen Raumzuschnitte angepasst werden, um Jahrgangscluster und offene Lernr\u00e4ume zu erm\u00f6glichen. Wenn der Wille dazu vorhanden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, Kollegium und Eltern wollen nicht, dass die TFG in einem ungeeigneten Geb\u00e4ude ausharren muss. Und das vollkommen zurecht. Aus zeitlicher Sicht ist f\u00fcr uns aber klar, dass ein Umbau am Standort die einzige L\u00f6sung ist, mit der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die jetzt auf dieser Schule sind, in ein geeignetes Geb\u00e4ude kommen. Das p\u00e4dagogische Konzept der Schule kann auch dort umgesetzt werden. Einen Neubau auf der gr\u00fcnen Wiese &#8211; welcher Wiese auch immer &#8211; d\u00fcrfte hingegen keine Sch\u00fclerin, kein Sch\u00fcler, vor dem Abschluss von innen sehen. Das KVL-Gutachten weist darauf hin, eine realistische Einsch\u00e4tzung der Situation ebenfalls. Politik und Verwaltung sollten der Schulgemeinschaft der TFG nicht etwas versprechen, das nicht gehalten werden kann. Wir sollten nicht noch mehr Baustellen aufmachen und da Luftschl\u00f6sser bauen, wir sollten uns auf eine real m\u00f6gliche Baustelle einigen und dann unsere Kraft und unsere Ressourcen, die finanziellen, personellen und nicht zuletzt kreativen Ressourcen, darauf konzentrieren, dort das Beste herauszuholen.<\/p>\n\n\n\n<p>FINANZEN [Ulrich Halbach]\n\n\n\n<p>Wenn wir heute \u00fcber die Neuaufstellung der TFG diskutieren, sehen wir uns als Ratsmitglieder in einer doppelten Verantwortung:<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst geht es um eine bestm\u00f6gliche L\u00f6sung f\u00fcr das berechtigte Interesse von Eltern und Sch\u00fclern, in der Zukunft eine gute Schulausbildung der jungen Generation in einem geeigneten Geb\u00e4ude zu gew\u00e4hrleisten. Das ist keine Frage. Wir stehen als Gr\u00fcne an der Seite der Eltern und Kinder!<\/p>\n\n\n\n<p>Aber: Es gibt noch eine weitere Verpflichtung. Wir haben daf\u00fcr zu sorgen, dass wir nicht eine Haushaltspolitik auf dem R\u00fccken eben dieser jungen Generation bestreiten und heute einen Schuldenberg auft\u00fcrmen , der alles fr\u00fcher in dieser Stadt Erlebte weit in den Schatten stellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Verwaltung hat uns umfangreiche Daten aus einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zur Verf\u00fcgung gestellt, die uns die Entscheidungsfindung erleichtern soll. Aus diesen Daten ergeben sich einige Erkenntnisse, die u.E. viel zu wenig beachtet worden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Da ist erstens die gesch\u00e4tzte Baukostensumme. Bei Projektkosten auf der Basis einer Generalunternehmervergabe wird uns vermittelt, dass Variante 3 \u2013 der Neubau auf der gr\u00fcnen Wiese \u2013 57,8 Mio.\u20ac kosten soll. Warum man uns, die wir nicht alle im Umsatzsteuerrecht zu Hause sind, eine solche Zahl pr\u00e4sentiert und sie nicht korrigiert, obwohl sie schlichtweg falsch ist, bleibt mir schleierhaft. Tats\u00e4chlich muss man leider 19% MwSt. hinzurechnen, da die Stadt nicht wie Gewerbetreibende vorsteuererstattungsf\u00e4hig ist.<\/p>\n\n\n\n<p>So wird mit einem Federstrich aus 57,8 Mio.\u20ac gleich 11 Mio.\u20ac mehr, n\u00e4mlich 68,8 Mio.\u20ac, das alles nat\u00fcrlich ohne Kosten f\u00fcr Tilgung und Zinsdienst, das bringt uns locker \u00fcber die 70 Mio.-Grenze.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn mit dieser Zahl operiert wird, muss man sich allerdings vergegenw\u00e4rtigen, wie es heutzutage auf dem Baumarkt aussieht. Das Beratungsunternehmen hat folglich darauf hingewiesen, dass in diesen Jahren und w\u00e4hrend der Bauphase mit weiteren Kostensteigerungen von j\u00e4hrlich 3 &#8211; 5% gerechnet werden muss. Bezogen auf den wahrscheinlichen Fertigungstermin 2025\/2026 muss mit ca. 12,5% bis 25% Kostensteigerung aus der Sicht von heute gerechnet werden. So werden 68,8 Mio.\u20ac im Nu zu 77,4 Mio.\u20ac oder im ung\u00fcnstigen Fall sogar zu 86 Mio.\u20ac.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Differenz der Neubauausf\u00fchrung zur Variante Sanierung + Erweiterung am bisherigen Standort macht laut Darstellung der Verwaltung \u201enur\u201c 20 Mio.\u20ac aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei genauer Nachrechnung kommt man aber tats\u00e4chlich auf eine Differenz von 25 \u2013 32 Mio. \u20ac. Die Neubauausf\u00fchrung auf der gr\u00fcnen Wiese ist im Ergebnis also ziemlich exakt 60% teurer als die Variante 1.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer bei diesen Gr\u00f6\u00dfenordnungen nicht ins Nachdenken kommt, dem ist wohl kaum zu helfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir bedenken, dass wir in einer Baukonjunkturphase ohnegleichen sind, wird es nicht schwer fallen, eine Gr\u00f6\u00dfenordnung von 80 \u2013 90 Mio.\u20ac f\u00fcr den Neubau auf der gr\u00fcnen Wiese zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da Schwerte das Geld daf\u00fcr nicht besitzt, m\u00fcssen langfristige Investitionskredite aufgenommen werden. Zu Beginn des Haushaltsjahres 2021 hatte die Stadt neben 67 Mio.\u20ac Liquidit\u00e4tskrediten allein 63 Mio.\u20ac Investitionskredite aufgenommen. Durch einen Neubau der TFG auf gr\u00fcner Wiese springt die Verschuldung durch Investitionskredite von 63 Mio.\u20ac auf ca. 145 Mio.\u20ac. Dabei ist nicht gerechnet, dass die Stadt noch eine Reihe anderer m\u00e4chtiger Gro\u00dfprojekte stemmen will, wie Z.B. den Neubau der Albert-Schweitzer-Schule mit ca. 17 Mio.\u20ac.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Schuldenaufnahme h\u00f6rt man immer wieder: Kredite kosten praktisch kein Geld, und tats\u00e4chlich hat wohl der K\u00e4mmerer mit 0,2% Zinsen gerechnet. Das sind nat\u00fcrlich historisch niedrige Zinsen, wie es sie in der 5000-Jahre alten Zinsgeschichte wirklich noch nicht gegeben hat. Aber zu glauben, dass bliebe auf alle Ewigkeit so, erscheint doch sehr vermessen und k\u00fchn.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Risiko von Zins\u00e4nderungen \u00fcber einen so langen Zeitraum \u2013 bei der Neubauvariante spricht man immerhin von 80 Jahren Abschreibungsdauer \u2013 bleibt gravierend und kann alle langfristigen Finanzpl\u00e4ne \u00fcber den Haufen werfen. Wollte man nun aber \u00fcber eine Laufzeit von 40 Jahren bei kalkuliert niedrigen Zinsen diese Schulden tilgen, bedeutet das bei linearer Tilgung Jahr f\u00fcr Jahr jeweils \u00fcber 2 Mio.\u20ac Liquidit\u00e4tsbelastung, die wir in der Stadt f\u00fcr die Investitionsentscheidung dieser Tage bei einem Neubau aufzubringen h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Unding aus kaufm\u00e4nnischer Sicht ist die unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hohe Abschreibungsdauer, die man f\u00fcr den Neubau mit 80 Jahren zugrunde legt.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit schafft man es, beim Neubau zu einer rechnerisch leicht niedrigeren Belastung im Haushalt als bei der Sanierung und Bau am alten Standort zu kommen. Der Sinn von Abschreibungen besteht bekanntlich darin, die Ausgaben f\u00fcr die Anschaffung eines Wirtschaftsguts \u00fcber dessen Nutzungsdauer zu verteilen. Glaubt jemand im Ernst, dass der Bau von heute, welcher auch immer das sein mag, \u00fcber 80 Jahre genutzt werden kann, ohne dass wesentliche bauliche Ver\u00e4nderungen, die zu neuen Kosten f\u00fchren, erforderlich sind. Ganz abgesehen davon, dass wir nicht wissen, wie sich die Sch\u00fclerzahlen in 20, 30, 40 Jahren entwickeln werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Man braucht sich doch nur die fr\u00fcheren Schulbauten im Stadtgebiet anzuschauen. Oft bleiben sie nicht mal 20 Jahre unver\u00e4ndert seit ihrem Erstellungsdatum erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Variante 1 l\u00e4ngst ausfinanziert ist, schleppen wir noch weitere 30 Jahre mit einer Belastung von rd. 1 Mio.\u20ac j\u00e4hrlich mit uns herum. Ist das nicht eine schwerwiegende Hypothek f\u00fcr die nachfolgenden Generationen?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe eingangs gesagt: Wir haben Verantwortung f\u00fcr die Kinder, die zur TFG-Schule gehen wollen, und wir haben Verantwortung f\u00fcr die st\u00e4dtischen Finanzen \u00fcber den Tellerrand von 2021 hinaus. Das kann im Ergebnis doch nur hei\u00dfen: Wir m\u00fcssen unbedingt mit Fachleuten wie Baumangement-Unternehmen und Architekten, m\u00f6glichst mit schulp\u00e4dagogischer Expertise, ausloten, ob die kosteng\u00fcnstigere Variante mit Sanierung und Erweiterung am ohnehin idealen Standort nicht m\u00f6glich ist. Wir k\u00f6nnen uns nur das leisten, was wir auch finanzieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gewaltige Summe von 50 Mio.\u20ac stellt ohnehin eine so erhebliche Dimension dar, dass wir uns nicht vorstellen k\u00f6nnen, hiermit das gew\u00fcnschte Klassenziel etwa nicht erreichen zu k\u00f6nnen, das da hei\u00dft:<\/p>\n\n\n\n<p>Ein zukunftstaugliches Schulgeb\u00e4ude, und sei es eines, das vielleicht nicht das absolute Optimum darstellt, denn das absolute Optimum k\u00f6nnen wir uns nicht leisten. Um die Dimension von 80 Mio.\u20ac deutlich zu machen, \u00fcber die wir zu entscheiden haben, sei in Erinnerung gerufen, das Allwetterbad hat keine 10 Mio.\u20ac gekostet (n\u00e4mlich exakt 18 Mio. DM).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Entscheidung im Rat ist gefallen. Nun gilt es, konstruktiv mit der Entscheidung umzugehen. 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