Wir lassen uns nicht spalten. Zusammenhalt gewinnt.

Beim 27. Pannekaukenfest hat der veranstaltende Hanseverein Schwerte e.V. dem Bündnis Schwerte gegen Rechts e.V. einen Infostand verweigert – und auch den vom Bündnis angebotenen Kompromiss abgelehnt, lediglich ein Banner mit der Aufschrift „Schwerte bleibt stabil – Gegen Hetze, für Zusammenhalt“ aufzuhängen. Begründet wurde dies vom Vorsitzenden Thomas Buhl damit, das Fest solle „unpolitisch“ bleiben. Zugleich äußerte der Verein die Sorge, die AfD könne das große Publikum für eine Gegenveranstaltung nutzen.

Wir sagen deutlich: Diese Entscheidung finden wir falsch – so nachvollziehbar die Sorge des ehrenamtlich getragenen Vereins vor Konflikten auf seinem Fest im Einzelnen sein mag.

Ein Bekenntnis zu Toleranz und Weltoffenheit ist nicht Parteipolitik, sondern die Grundlage, auf der ein Stadtfest überhaupt für alle Menschen in Schwerte ein sicherer, einladender Ort sein kann. Das Bündnis Schwerte gegen Rechts steht seit über einem Jahrzehnt, getragen von zahlreichen zivilgesellschaftlichen Organisationen und den demokratischen Parteien im Rat der Stadt Schwerte, für genau diese Werte. Dass ausgerechnet ein Banner mit diesem Anliegen auf dem größten Fest der Stadt keinen Platz haben soll, während die gewohnt stabile Rohrmeisterei dem Bündnis daraufhin eigene Flächen zur Verfügung stellt und das Queere Bündnis Schwerte, keinesfalls eine Initiative ohne politische Forderungen, erstmals einen eigenen Stand bekommt, ist ein Widerspruch, den wir nicht unkommentiert stehen lassen können.

Dass die AfD-Ratsfraktion die Entscheidung des Hansevereins ausdrücklich begrüßt und das Bündnis als „politisch links orientierte Initiative“ abzuqualifizieren versucht, zeigt zusätzlich: Wer zivilgesellschaftliches Engagement gegen Rechtsextremismus als „Politik“, die man aus dem öffentlichen Raum heraushalten müsse, darstellt, tut damit genau das, was Rechtsextreme sich wünschen. Er verschiebt die Grenze dessen, was als „normal“ und „neutral“ gilt zu deren Gunsten.

Wiederholt haben sich Stadt, Politik und große Teile der Bevölkerung mit der klaren Forderung geäußert, Rechtsextremismus und Faschismus aktiv, nicht nur mit Worten, entschieden zu bekämpfen. Ein Stadtfest ist ein solcher Ort aktiven Handelns, nicht, weil es zur Bühne für Parteipolitik werden soll, sondern weil gerade dort, wo sich die ganze Stadtgesellschaft trifft, sichtbar bleiben muss, dass Hetze und Ausgrenzung hier keinen Platz haben.

Dass der Hanseverein sich genötigt sah, diese Entscheidung zu treffen, ist für uns Resultat des Drucks von Rechts, inklusive des politischen Arms des Rechtsextremismus. Dass ein Verein, der seit Jahren ehrenamtlich, mit großem persönlichen Einsatz aller handelnden Personen, dafür sorgt, dass diese Stadt überhaupt ein Stadtfest hat, diskreditiert wird und sich neben der Organisation der Veranstaltung, die herausfordernd genug ist, mit einer solchen Diskussion beschäftigt sein muss, ist kein guter Zustand.

Denn obwohl wir die Entscheidung nicht gut heißen können, darf dies nicht zu einem Bruch zwischen dem Hanseverein und anderen engagierten Menschen in dieser Stadt führen. Genau das wollen Rechtsextreme erreichen. Wir machen da nicht mit.

Wir bitten den Hanseverein, seine Entscheidung für die Zukunft zu überdenken, und bieten an, gemeinsam mit dem Bündnis Schwerte gegen Rechts, der Stadtverwaltung und anderen demokratischen Kräften im Rat nach einer Lösung zu suchen, die dem Fest seinen unpolitischen Charakter als Familienfest lässt, ohne ein klares Bekenntnis zu Demokratie und Vielfalt auszuschließen.

Keine Pannekauken für Nazis.

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